Reformation weiblich - Frauen prägen Kirche 

Ab dem 31. Oktober feiert die evangelische Kirche das Reformationsjubiläum. Vor 500 Jahren, am 31. Oktober 1517, schlug Martin Luther seine 95 Thesen an die Tür der Wittenberger Schlosskirche. Schon immer hatten starke Frauen wie Hildegard von Bingen oder Katharina von Siena das Bild der Kirche mit geprägt. Die Reformation stärkte die Rolle der Frauen, die jetzt in der Bibel lasen, als Ehefrauen der gute Geist des Pfarrhauses waren, sich als Kirchenlieddichterinnen betätigten. Luthers berühmtes „Priestertum aller Getauften“ umfasste Frauen und Männer in gleicher Weise. 

Karin Fischer

Katharina von Bora: "die Lutherin“  (1499 – 1552)                                                                                          

„ ... sagt dem Doktor Martinus, ich würde ihn nehmen“  -  Sie war Nonne, floh aus dem Kloster und suchte sich ihren Mann selber aus. Ihre Wahl fiel auf einen ehemaligen Mönch: Martin Luther. Das Leben Katharinas von Bora war alles andere als gewöhnlich.                                

(Karin Jäckel: „Katharina von Bora, die Frau des Reformators“)

Nonne - Pfarrfrau - Unternehmerin

Sie war die bekannteste Frau der Reformationszeit. Viele Rollen hat Katharina von Bora ausgefüllt: Sie war Nonne aus niederem Adel, Frau mit Fluchterfahrung, Ehefrau, engste Vertraute und Seelsorgerin Martin Luthers und Mutter von sieben Kindern, von denen sechs überlebten. Als Luthers Ehefrau wurde sie Pfarrfrau und Mitbegründerin des evangelischen Pfarrhauses.

Pfarrfrau zu sein hieß damals, im Schwarzen Kloster in Wittenberg, dem Wohnhaus der Familie Luther, einem großen Betrieb vorzustehen mit Landwirtschaft, Viehzucht, Brauerei und Verköstigung von Studenten. Viel praktisches Geschick, sinnvolles Planen wie auch theologische Bildung hat Katharina aus dem Kloster in die Ehe mitgebracht. Mit der Bibel war sie genauso vertraut wie mit Immobiliengeschäften. Sie erwirtschaftete den Gewinn, von dem sich die Familie Luther ernährte. Sie deckte den Tisch, an dem er seine berühmten Reden hielt, an denen sie auch aktiv teilnahm.

Martin entschied sich für die Ehe; Katharina entschied, wen sie heiratete. 

Sie war eine geachtete Frau in Wittenberg, gehörte zur Wittenberger Führungsschicht, wurde nach Luthers Tod aber zur übervorteilten Witwe. Sie musste um Rechtsschutz bei den Freunden ihres Mannes bitten, obwohl Luther ihr testamentarisch alle Vollmachten und den Besitz übertragen hatte. Das alles, sogar die Vormundschaft für ihre Kinder wird ihr zunächst zunächst streitig gemacht. Mehrere Fürsten setzten sich für sie ein, damit Luthers Testament wenigsten teilweise umgesetzt werden kann.

Ein ruhiger Lebensabend war ihr nicht vergönnt. Sie musste wieder fliehen, diesmal nicht vor dem Klosterleben, sondern vor dem Schmalkaldischen Krieg und vor der Pest. Nach einem Unfall stirbt sie im Dezember 1552 in Thorgau und wird dort in der Stadtkirche beigesetzt an einer Stelle, die sonst nur Hofleuten vorbehalten war.

 

Damit verabschieden sich die Frauen der Reformation und wünschen Ihnen einen festlichen Gedenktag an 500 Jahre Reformation am 31. Oktober 2017. 

 

Karin Fischer, Prädikantin

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