Bezirkssynode am 17.10.14 in Immenstaad "Familie"

Immenstaad

Synode will Familien stärken

 

20.10.2014

Von Gisela Keller, Südkurier

 

 

Die evangelische Bezirkssynode des Kirchenbezirks Überlingen-Stockach macht sich Gedanken über verstärkte Angebote für Familien mit Problemen.

 

„Die Familie befindetsich im Umbruch, Strukturen haben sich gewandelt“, sagte Ulrich Aeschbach, stellvertretender Vorsitzender der evangelischen Bezirkssynode des Kirchenbezirks Überlingen-Stockach, bei der Begrüßung zur Herbstsynode im evangelischen Gemeindehaus in Immenstaad am Freitagabend:„Das mag man begrüßen oder beklagen – uns obliegt die Verantwortung,uns darum zu kümmern“.

 

Probleme in Familien seien bereits in der Bibel beschrieben, erinnerte Aeschbach an Adam und Eva und den tödlich endenden Streit zwischen deren Söhnen Kain und Abel. Bei den Problemen heutiger Familien werden Udo Pursche und seine Mitarbeiterinnenimmer wieder um Hilfe gebeten.Pursche ist Geschäftsführerdes Diakonischen Werks Überlingen und für die Beratungsstellen im Kirchenbezirk zuständig. „Heute wollen wir uns mit der Frage beschäftigen,wie wir gemeinsam Familien stärken können“, fasste er das Ziel der Synode zusammen.

 

In den Beratungsstellen suchen die unterschiedlichsten Konstellationen von Familie Hilfe.Von der „Normalfamilie“ mit Vater,Mutterund Kindern über die Stieffamilie,Patchworkfamilie bis zu Alleinerziehenden und Familien mit älteren Angehörigen. Viele Hilfen können durch die Beratungsstellen geleistet werden, aber: „Oftist ein Mehr gefragt“,sagte Pursche. Dabei hoffter auf die Hilfe der Kirchengemeinden.

 

Um den zu einzelnen Problemfeldern geplanten Arbeitsgruppen zu verdeutlichen,um was es dabei konkret geht,stellten Pursche und seine Mitarbeiterinneneinige Fallbeispiele vor. Dabei ging es um Menschen, denen in schwierigen Lagen Unterstützungaus dem familiären Umfeld fehlt,deren Familien zerbrochen sind oder bei denen große Entfernungenzu anderen Familienmitgliedern bestehen.

 

Viele haben aus den unterschiedlichsten Gründen wenig oder keine sozialen

Kontakte und leiden unter der Vereinsamung. Das betrifft alle Altersgruppen.

Wie etwa eine ältere Frau, die zur Unterstützung ihrer Tochter bei der Kinderbetreuung an den See gezogen ist und nach der Scheidung, Wiederheirat und Wegzug der Tochter hier „gestrandet“ ist. Oder die sechzehnjährige Schwangere, die weder beim Kindsvater noch bei den Eltern auf Unterstützung hoffen kann. Andere Beispiele: Eine Alleinerziehende, die mit ihren drei Kindern sozial isoliert lebt und Anschluss sucht. Oder Menschen, die sich ihrer Armut schämen und sich immer mehr zurückziehen oder keine bezahlbare Wohnung finden.

Vier Arbeitsgruppen beschäftigten sich mit Möglichkeiten, wie die Kirchengemeinden helfen könnten. Einige der vorgetragenen Ideen: Noch aktiver auf die Menschen zugehen und niederschwellige Angebote zur Mitarbeit und Teilhabe machen, Neubürger begrüßen, zu gemeinsamem Mittagessen, zur Vesperkirche oder zum Kaffee einladen. Oder auch Kinderbetreuung oder Fahrdienste bei Bedarf anbieten. Insgesamt wünschen sich Diakonie und Gemeinden eine noch engere Zusammenarbeit.

 

Hier können Sie sich die Einladung und die Tagesordnung zur Herbstsynode am 17.10. herunterladen.
Einladung zur Bezirkssynode am 17.10.201[...]
PDF-Dokument [8.9 MB]
Hier können Sie sich die Auswertung der im Vorfeld der Synode erbetenen Umfrage herunterladen
Auswertung der Umfrage zur Familiensyno[...]
PDF-Dokument [422.8 KB]
Protokoll der Bezirkssynode am 17.10.2014
14-10-17 Bezirkssynode_Protokoll_..pdf
PDF-Dokument [1.5 MB]