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Votum der Landessynode Herbst 2015 zur aktuellen Flüchtlingssituation
Votum_LS_Flüchtlinge 28-10-15.pdf
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Diakonisches Werk Überlingen-Stockach, Christophstraße 31, 88662 Überlingen

– Bestandsaufnahem der Integrationsmaßnahmen in unserem Kirchenbezirk - Bericht für die Landessynode Herbst 2015

 

Gemeinschaftsunterkünfte im Landkreis Konstanz: ehemaliges Evangelisches Alten- und Pflegeheim in Stockach sowie eine weitere GU in Stockach – Soziale Betreuung durch den Landkreis und Ehrenamtliche (auch der Kirchengemeinde), Anschlussunterbringung durch die Wohlfahrtsverbände.

Im Landkreis Sigmaringen gibt es in unserem Kirchenbezirk keine GU, lediglich wenige Flüchtlinge in der Anschlussunterbringung, betreut durch den Landkreis.

Im Bodenseekreis gibt es zwei Notunterkünfte mit zusammen 300 Plätzen in Hallen und zahlreiche GUs (Prinzip der dezentralen Unterbringung), in den GUs erfolgt die Soziale Betreuung durch das DRK im württembergischen Kreisteil und durch uns im westlichen Kreisteil.

Hier unser Gebiet im Detail:

GU in Überlingen-Goldbach mit 120 Plätzen

GU in Überlingen-Ottomühle mit 24 Plätzen

GU in Überlingen-Deisendorf mit 80 Plätzen

GU in Salem-Mimmenhausen mit 43 Plätzen

GU in Salem-Neufrach mit 15 Plätzen

GU in Deggenhausertal-Mennwangen mit 10 Plätzen

Demnächst (zwischen November 2015 und Januar 2016) kommen dazu:

GU in Owingen-Billafingen mit 60 Plätzen

GU in Owingen mit 20 Plätzen

GU in Frickingen mit 30 Plätzen

GU in Überlingen-Bambergen mit 50 Plätzen

Notunterkunft in einer Halle in Meersburg mit 120 Plätzen

Ende Januar 2016 also etwa 600 Flüchtlinge in 12 GUs und 1 Notunterkunft in unserer Betreuung.

Wir haben für die Soziale Betreuung derzeit 8 Fachkräfte in Voll- und Teilzeitbeschäftigung, demnächst stocken wir um ein weiteres Deputat auf. Zusätzlich haben wir ein 0,5 Deputat für die Arbeit mit Ehrenamtlichen (von der Landeskirche mit 0,15 Deputat gefördert) sowie einen Mitarbeiter auf Minijobbasis für die Vermittlung in tagesstrukturierende Maßnahmen (1-Euro-Jobs und Praktika für Flüchtlinge). Der Bodenseekreis beteiligt sich laut Vereinbarung mit 75.000 € je volle Stelle, je 100 Flüchtlinge in GU wird eine volle Stelle gefördert, die Stadt Überlingen fördert mit 12.000 € pauschal die Arbeit mit den Ehrenamtlichen.

Unterstützt wird die Arbeit von momentan 215 Ehrenamtlichen, es kommen täglich etwa 5-10 neue Ehrenamtliche hinzu. Organisiert haben wir die Schulung, fachliche Begleitung und Einsatzkoordination durch unsere Sozialen Fachkräfte in 5 Helferkreisen, die sich regelmäßig treffen.

Projekte: in Überlingen jeden Freitagnachmittag das Cafe International (evang. und kathol. Kirchengemeinde) – in mehreren Evang. Gemeinden ähnliche Aktivität, in der GU in ÜB-Goldbach 2x wöchentlich Nähkurs, in der GU in ÜB-Deisendorf 2x wöchentlich Bastelkurs, sonstige Freizeitaktivitäten in allen GUs, zahlreiche Integrationsmaßnahmen in Sportvereine.

In allen GUs findet durch Ehrenamtliche (meistens pensionierte Lehrer) Sprachunterricht, Lernbegleitung und Hausaufgabenhilfe statt (etwa 20 Lehrerinnen und Lehrer).

Benötigt wird aus unserer Sicht vor allem personelle Kapazität, allein die fachliche Schulung und Begleitung von bald 250-300 Ehrenamtlichen erfordert sehr viel Zeit, abgesehen von der steigenden Aggressivität und Anspruchshaltung der Flüchtlinge in den GUs. Problematisch wird die bisher positive Stimmung in der Bevölkerung durch die Hallenbelegungen, eine Unterkunft wurde auch schon in Brand gesetzt. Die Kriminalität in den GUs hält sich noch in Grenzen, steigt aber deutlich an.

Überlingen, 16.10.15                        Udo Pursche, Geschäftsführer