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HILFE – EINE NEUE KIRCHENSTEUER?

BANKEN INFORMIEREN ÜBER VERFAHREN ZUR ERHEBUNG DER KIRCHENSTEUER – WAS STECKT DAHINTER?

» Banken informieren zurzeit in Kontoauszügen oder in Kundeninformationsschreibe über das Verfahren

zur automatisierten Erhebung von Kirchensteuern auf Kapitaleinkünfte ab dem 1. Januar 2015. Einige Menschen

sind verunsichert, was diese Information für sie bedeutet. Ekiba intern sprach mit Martin Maissenbacher, Leiter der Landeskirchenkasse, darüber, was sich denn nun eigentlich ändert.

Muss ich nun auf meine paar Euro Zinsen im Jahr auch noch Kirchensteuer zahlen? Wen betrifft die Änderung, über welche die Banken informiert haben, denn eigentlich konkret?

Die Information betrifft eigentlich nur Bankkunden, deren Einkünfte aus Kapitalvermögen den erteilten Freistellungsauftrag überschreiten. Kapitaleinkünfte sind für Einzelpersonen bis zu 801 Euro steuerfrei. Bei zusammen veranlagten Paaren beträgt der Freistellungsbetrag 1.602 Euro. In dieser Höhe kann man seiner Bank einen sogenannten Freistellungsauftrag erteilen. Damit behandelt die Bank die Zinsen auch tatsächlich steuerfrei und behält keine Steuer ein. Es betrifft also jene, die – aus welchen Gründen auch immer – der Bank bisher keinen oder nur einen der Höhe nach nicht ausreichenden Freistellungsauftrag erteilt haben.

Was würden Sie insgesamt empfehlen?

Ich würde generell empfehlen, die Höhe der Freistellungsaufträge zu überprüfen. Das heißt auch – falls Sie Kunde bei mehreren Banken sind – den jeweiligen Freistellungsauftrag von insgesamt 801 bzw. 1.602 Euro so zu verteilen, wie auf den Konten jeweils auch Zinsen anfallen. Falls Sie das nicht rechtzeitig vor 2015 schaffen und Ihre Bank zieht Ihnen Steuern ab, obwohl Ihre Zinseinnahmen insgesamt geringer als 801 bzw. 1.602 Euro sind, können Sie über Ihre Steuererklärung die abgezogene Steuer wieder zurückbekommen. Ähnliches gilt auch, wenn Ihr persönlicher Steuersatz geringer ist als die gesetzlich vorgesehenen 25 Prozent auf Kapitaleinkünfte: Auch dann können Sie über Ihre Steuererklärung im Rahmen der sogenannten Günstigerprüfung eine geringere Besteuerung Ihrer Kapitaleinkünfte erreichen.

Wie kam es denn zur Änderung der Steuererhebung?

Schon seit 2009 wird bei Kapitaleinkünften über der Freistellungsgrenze automatisch eine 25-prozentige Abgeltungssteuer an das Finanzamt abgeführt. Allerdings wird damit bisher nur die staatliche Steuer erhoben. Die Kirchensteuer wurde nicht berücksichtigt. Das heißt, nach wie vor mussten die Steuerzahler die Kapitaleinkünfte in ihrer Steuererklärung angeben, damit

die Kirchensteuern dort errechnet werden konnten. Oder sie konnten die Banken explizit beauftragen, neben der staatlichen Abgeltungssteuer auch ihre Kirchensteuer mit einzubehalten. Dann lief die Steuererhebung automatisch und die Kapitaleinkünfte mussten nicht mehr in der Steuererklärung angegeben werden.

Also musste auf Kapitaleinkünfte auch bisher schon Kirchensteuer gezahlt werden?

Richtig. Alle Einkünfte sind grundsätzlich steuerpflichtig, auch die aus Kapitalvermögen. An der grundsätzlichen Steuerpflicht und auch an der Höhe der Kirchensteuer ändert sich nichts. Im Gegensatz zu anderen Einkunftsarten unterliegen die Kapitaleinkünfte aber seit 2009 nur einem Einkommensteuersatz von 25 Prozent, die Kirchensteuer beträgt auch hier – wie üblich – 8 Prozent der Einkommensteuer.

Und was ändert sich nun?

Ab 2015 werden die Banken automatisch die Kirchensteuer auf Kapitaleinkünfte abziehen. Für alle Beteiligten bedeutet das eine erhebliche Vereinfachung des Verfahrens. Und die genaue Zuordnung der Kirchensteuer ist nun auch möglich. Was bisher in einem Clearingtopf der EKD landete und anschließend mit umständlichen Rechenverfahren wieder an die Landeskirchen verteilt werden musste, kann ab 2015 gleich richtig zugeordnet werden. Das heißt, jeder Cent Kirchensteuer landet nun bei der Kirche, deren Mitglied der Steuerzahler ist, ohne dass gesonderte Anträge bei der Bank gestellt werden müssen und ohne dass Sie das komplizierte Formular für Ihre Einkommensteuererklärung ausfüllen müssen.

Wie kann ich verhindern, dass meine Bank erfährt, welcher Religionsgemeinschaft ich angehöre?

Die Bank selbst erhält keine Kenntnis darüber, welcher Religionsgemeinschaft jemand angehört. Die Kapitalmeldung läuft anonymisiert ab. Ob und wenn ja, gegenüber welcher Religionsgemeinschaft Sie kirchensteuerpflichtig sind, ergibt sich aus Ihren persönlichen Einwohnermeldedaten und Ihrem Wohnsitz. Diese Daten werden in einer zentralen staatlichen Datenbank zusammengeführt. Von dort kann die Bank – in sicherer Umgebung und verschlüsselt – die Daten mittels persönlicher ID-Nummer der Bankkunden abrufen. Der ID-Nummer wird dabei ein Code angehängt, durch den automatisiert und ohne persönliches Zutun von Bankmitarbeitenden die Steuer abgeführt wird. Das heißt, Ihre Bank sieht nur, dass Kirchensteuern abgeführt wurden, sie kann aber nicht erkennen, welcher Konfession und welcher Religionsgemeinschaft Sie angehören. Der Datenabgleich erfolgt regelmäßig einmal im Jahr, bei Änderung der Religionszugehörigkeit kann die Bank aber auch auf Antrag eine gesonderte Datenabfrage machen.

Kann ich dieser automatischen Besteuerung auch widersprechen?

Ja, Sie können beim Bundeszentralamt für Steuern „BZSt“ einen Sperrvermerk einlegen. Das kann online oder auf amtlichem Vordruck geschehen, den Sie bei den Finanzämtern erhalten oder im Formularportal der Finanzverwaltung downloaden können. Die vollständige, gerechte und gleichmäßige Besteuerung aller inländischen Kapitaleinkünfte ist trotzdem sichergestellt. Denn das Bundeszentralamt für Steuern informiert Ihr zuständiges Finanzamt über den Sperrvermerk – dann müssen Sie Ihre Kapitaleinkünfte wieder in der Steuererklärung angeben.